20. November 2017 | Nachrichten

Tag gegen Gewalt an Frauen notwendiger denn je!

Aktion der ASF Gelsenkirchen zum Tag gegen Gewalt an Frauen

  • Silke Ossowski, ASF-Vorsitzende Gelsenkirchen

  • Arbeitsgemeinschaft sozialdemokratischer Frauen (ASF) in Gelsenkirchen

Am 25.11.2017 wird weltweit wieder der UN-Gedenktag gegen Gewalt an Frauen und Mädchen begangen. Silke Ossowski, Vorsitzende der ASF in Gelsenkirchen: „Auch in diesem Jahr erinnert die Arbeitsgemeinschaft sozialdemokratischer Frauen (ASF) wieder an diesen Tag und wir unterstützen die weltweite Fahnenaktion von terre des femmes, frei leben – ohne Gewalt, durch eine Fahnenaktion vor unserem Parteibüro, dem August-Bebel-Haus.

Jedes Jahr wird uns wieder aufs neue deutlich, wie schwierig die Situationen von Frauen und Mädchen auf der ganzen Welt ist. Gewalttaten gegen die Frauen im Namen der Ehre, Genitalverstümmelung, Zwangsverheiratung, Verweigerung von Bildung, religiös begründete Gebote oder traditionell verwurzelte Vorstellungen zementieren diskriminierende Strukturen und beschneiden grundlegende Menschenrechte, die natürlich auch für Frauen gelten!“

„Ob Polen, Rußland, die Türkei, in vielen Ländern dieser Erde verschärft sich die Situation für die Rechte der Frauen negativ. „Aktuell macht „me too“ überdeutlich, wie verbreitet Gewaltausübung gegen Frauen auch bei vermeintlichen Vorbildern und Prominenten ist und wie ebenso selbstverständlich das Ignorieren, Wegsehen und Schweigen.“

Mehr als jede dritte Frau ab 16 Jahren wird in Deutschland ein Opfer körperlicher und/oder sexueller Gewalt. Nur ein geringer Prozentsatz dieser Delikte wird letztlich auch zur Anzeige gebracht. Es kommt daher nur selten zu einer Verurteilung der Täter. Von allen Gewaltformen hat die häusliche Gewalt in der Partnerschaft den größten Anteil. Status, Bildung, Alter, Einkommen, Religionszugehörigkeit sind bei Opfern von häuslicher Gewalt völlig bedeutungslos. Die Verschärfung des Sexualstrafrechts sowie die Einführung eines Stalkingparagraphen waren die notwendigen Schritte, um zu zeigen, wie wir in unserer Gesellschaft mit Tätern umgehen. Eine Verschiebung der Schuld auf das Opfer statt auf den Täter ist nicht akzeptabel! „Nein heißt Nein“!

Sowohl durch den Zuzug Südost sowie die steigende Zahl der natürlich auch weiblichen Flüchtlinge, oft mit negativen geschlechtsspezifischen Erfahrungen von Gewalt und rechtlos in ihren Herkunftsländern, erfordert in dieser besonderen Situation nicht allein Sensibilität, sondern auch das Deutlichmachen, dass Niemand aufgrund seines weiblichen Geschlechts Gewalt und Misshandlung erfahren darf. Die vielfach traumatisierten Opfer, unabhängig aus welchem Herkunftsland, und ob Herkunftsdeutsche oder eben nicht, sie alle bedürfen aller Hilfe und Unterstützung, die sie bekommen können.

Silke Ossowski weiter: „Wir müssen daher sicherstellen, dass alle Frauen in allen Regionen Deutschlands gleichen Zugang zu Frauenhäusern und Beratungsangeboten erhalten, auch unabhängig von einer Behinderung oder vom Aufenthaltsstatus. Notwendig ist hierzu endlich eine bundesweite Rechtsgrundlage, die eine pauschale, kosten- und flächendeckende sowie stabile Finanzierung von Frauenhäusern und Beratungsangeboten sicherstellt. Bund aber auch das Land sind hier eindeutig in der Pflicht!“

"Alle, Frauen und Männer, sind gefordert sich für die Beendigung der Gewalt an Frauen und Mädchen einzusetzen. Wir müssen der Gewalt und den die Frauen gefährdenden Klischeevorstellungen gemeinsam ein Ende setzen. Gewalt gegen Frauen ist nicht hinnehmbar! 2017 ist dieser Gedenktag noch genauso notwendig wie in der Vergangenheit“, so Silke Ossowski.

„Wir zeigen daher auch 2017 wieder „Flagge“ für ein gleichberechtigtes, selbstbestimmtes und freies Leben für Frauen und Mädchen weltweit!“