25. November 2016 | Pressemitteilungen

Aktion der ASF Gelsenkirchen zum Tag gegen Gewalt an Frauen

  • Tag gegen Gewalt 2016

Am 25.11.2016 wird weltweit wieder der UN-Gedenktag gegen Gewalt an Frauen und Mädchen begangen. Silke Ossowski, Vorsitzende der ASF in Gelsenkirchen: „Auch in diesem Jahr erinnert die Arbeitsgemeinschaft sozialdemokratischer Frauen (ASF) wieder an diesen Tag und wir unterstützen die weltweite Fahnenaktion von terre des femmes, frei leben – ohne Gewalt, durch eine Fahnenaktion vor unserem Parteibüro, dem August-Bebel-Haus.“


Schwerpunktthema der Fahnenaktion 2016: „Tür auf! Schutzräume für alle gewaltbetroffenen Frauen“.
Die Öffentlichkeit soll damit auf die ausweglose Situation vieler Frauen, die von häuslicher Gewalt betroffen sind, aufmerksam gemacht werden, sowie die zusätzlichen Bedarfe für Frauenhäuser und Beratungsstellen verdeutlicht werden.
Silke Ossowski: „Notwendig ist hierzu endlich eine bundesweite Rechtsgrundlage, die eine pauschale, kosten- und flächendeckende sowie stabile Finanzierung von Frauenhäusern und Beratungsangeboten sicherstellt.“
In Gelsenkirchen werden für 2017 zusätzliche kommunale Mittel auf Antrag der SPD Gelsenkirchen in Höhe von 15.000€ für das Gelsenkirchener Frauenhaus bereitgestellt.
Silke Ossowski weiter:„ Wir als ASF Vorstand haben uns in diesem Jahr auch die Information der Fachfrauen der Frauenberatungs- und Kontaktstelle e.V. in Gelsenkirchen eingeholt. In lebhafter Diskussion entstand kein ermutigendes Bild, weder ein Rückgang der Gewalt gegen Frauen und Mädchen noch ein Rückgang der Beratungsnotwendigkeiten hat sich abgezeichnet. Die vor Ort von den Fachfrauen geschilderte traurige Realität sieht anders aus. Die Zahl der Frauen und Mädchen, die Hilfe suchen, steigt. Bei häuslicher Gewalt, aber auch Frauenhandel, Zwangsprostitution und Zwangsverheiratung steigen die Zahlen. Hier können die bewusst niederschwellig angesetzten Angebote der Gelsenkirchener Frauenberatungsstelle Hilfestellung geben. Sie werden unabhängig von Alter, Herkunft und Religion von den bedürftigen Frauen intensiv genutzt und können, durch die unterschiedlichen Professionen und Herkunft der Mitarbeiterinnen, einen entscheidenden Beitrag zur eigenen Entscheidungsfindung der jeweiligen Frauen beitragen. „Jede Frau, die in die Frauenberatungsstelle kommt hat ihre eigene, individuelle „Geschichte“, sie gilt es aufzuarbeiten und helfend zur Seite zu stehen, so die einhellige Aussage der Mitarbeiterinnen der Beratungs- und Kontaktstelle.
Ob Gewalt in der Familie durch Mann, Bruder, ob Kinderehen oder Zwangsprostitution, die Schicksale sind vielfältig und unabhängig von Herkunft, Sprache und Religion.
„Aktuell ist insbesondere auf die oft traumatisierten Mädchen und Frauen hinzuweisen, die nun in unserm Land sind. Sowohl durch den Zuzug Südost sowie die steigende Zahl der natürlich auch weiblichen Flüchtlinge, oft mit negativen geschlechtsspezifischen Erfahrungen von Gewalt und rechtlos in ihren Herkunftsländern, erfordert ihre besondere Situation nicht allein Sensibilität, sondern auch das Deutlichmachen, dass Niemand aufgrund seines weiblichen Geschlechts Gewalt und Misshandlung erfahren darf. Die vielfach traumatisierten Opfer, unabhängig aus welchem Herkunftsland, ob Herkunftsdeutsche oder eben nicht, sie alle bedürfen aller Hilfe und Unterstützung, die sie bekommen können.“
Jede 4. Frau oder Mädchen war schon einmal im Leben Opfer von Gewalt. Ihre Zahl ist höher als bei Verkehrsunfällen und Krebs zusammen. Von allen Gewaltformen hat die häusliche Gewalt in der Partnerschaft den größten Anteil. Bildung, Alter, Einkommen, Religionszugehörigkeit sind bei Opfern von häuslicher Gewalt völlig bedeutungslos.
„Die Verschärfung des Sexualstrafrechts sowie die Einführung eines Stalkingparagraphen waren die notwendige Schritte, um zu zeigen, wie wir in unserer Gesellschaft mit Tätern umgehen. Eine Verschiebung der Schuld auf das Opfer statt auf den Täter ist nicht akzeptabel“, so Silke Ossowski.
Silke Ossowski: „Alle sind gefordert sich für die Beendigung der Gewalt an Frauen und Mädchen einzusetzen. Die Öffentlichkeit muss weiter sensibilisiert und aufgeklärt werden für eine gerechte und gleichgestellte Gesellschaft! Frauen und Mädchen auf der gesamten Welt sollen Schutz bekommen dürfen.
Daher ist 2016 ist dieser Gedenktag noch genauso notwendig wie in der Vergangenheit.“
Silke Ossowski weiter: „Wir wollen daher auch 2016 wieder „Flagge zeigen“ für ein gleichberechtigtes, selbst bestimmtes und freies Leben für Frauen und Mädchen weltweit!“