05. Oktober 2017 | Pressemitteilungen

Besuch in Münster zum Einsatz von Elektrobussen

Haertel: Passenden Mix aus verschiedenen Technologien finden

  • Elektrobus der Stadtwerke Münster an der Ladestation auf dem Betriebshof

  • Elektrobus beim Ladevorgang an einer der Endhaltestellen der Buslinie.

  • Der Betriebsleiter des Verkehrsbetriebes bei den Stadtwerken Münster, Eckhard Schläfke erläutert den Besuchern aus Gerlsenkirchen das Konzept des Elektrobusses.

Bei den Stadtwerken in Münster informierten sich Mitglieder der SPD-Fraktion über den Einsatz von Elektrobussen. Dort sind aktuell fünf dieser Busse im Einsatz, die eine 11 Kilometer lange Stadtlinie bedienen. Fünf weitere sollen nach den Worten von Ekhard Schläfke, Leiter der Verkehrsbetriebe der Stadtwerke Münster, in nächster Zeit die Flotte ergänzen. Neue Dieselbusse hingegen werden nicht mehr beschafft.

Die Elektrobusse haben eine Reichweite von rund 30 Kilometern. Der Vorteil der Busse liegt in der verwendeten Batterietechnologie.  Die verwendeten Lithium-Titanoxidbatterien können bei verhältnismäßig geringem Gewicht sehr oft nachgeladen werden. Dabei dauert ein Ladevorgang jeweils nur rund 8-10 Minuten, so dass keine Verzögerungen im Betrieb entstehen. Das „normale“Stromnetz reicht hierfür allerdings nicht aus. Nötig sind hier 700 Volt bei 400 Ampère Leistung im Mittelspannungsnetz. Die Ladepunkte benötigen daher besondere Stromanschlüsse, die es  nur an den Endpunkten der Linie und auf dem Betriebshof gibt.  Sind die Reichweiten für den reinen Stadtverkehr ausreichend, so stößt die Technik bei größeren Reichweiten daher noch an ihre Grenzen. Eckhard Schläfke rechnet aber spätestens ab 2025 damit, dass die Busse dann die geforderte Leistung erbringen. Außerdem setzt er langfristig für lange Strecken auf den Einsatz von Brennstoffzellenbussen, die ihren eigenen Strom aus Wasserstoff erzeugen.

Die Besichtigung der Elektrobusflotte war sehr aufschlussreich,“ betonte der SPD-Fraktionsvorsitzende Dr. Klaus Haertel am Ende des rund dreistündigen Besuches. „Zwischen Münster und dem Ruhrgebiet gibt es Unterschiede bei den Anforderungen an den ÖPNV. Allerdings verbraucht ein Gelenkbus heute über 50 Liter Diesel auf 100 km. Wenn wir die Ziele bei Lärmvermeidung, Emissionen und Klimaschutz im Auge behalten wollen, dann werden wir zu Veränderungen kommen müssen. Wichtig ist dabei, dass wir den passenden Mix aus den unterschiedlichen Technologien finden. Dazu gehört neben dem Elektroantrieb mit seinen verschiedenen Batterie- und Ladekonzepten auch die Brennstoffzellentechnik. “

Ähnlich äußerte sich die verkehrspolitische Sprecherin der SPD-Fraktion Margret Schneegans.

„Wir werden uns genau ansehen müssen, mit welcher Technik wir wo fahren. Klar ist aber auch, dass wir für die Umsetzung moderner Mobilitätsangebote Geld benötigen. Deshalb müssen Bund, Land und EU hier ihre Förderkulissen anpassen und verstärkt Mittel für den ÖPNV bereit stellen“ so Margret Schneegans, die auch Mitglied des Aufsichtsrats der BOGESTRA ist.