11. Februar 2020 | Pressemitteilungen

Notdienstaus: Notfall-Augenpatienten müssen nach Bochum

  • Silke Ossowski

Aufgrund der Berichterstattung in der WAZ äußert sich Silke Ossowski, gesundheitspolitische Sprecherin der SPD-Fraktion besorgt über die zukünftige Notfallversorgung von Patienten mit Augenleiden.

„Aus der Zeitung von einem für die Bevölkerung derart gravierenden Einschnitt in die Versorgungslage für die Menschen in den betroffenen Städten zu erfahren, ist nicht in Ordnung.

Menschen in einer derartigen Notsituation sind auf schnelle Hilfe angewiesen. Sie können nur eingeschränkt sehen, können selbstverständlich nicht selbst Autofahren und haben vielleicht Schmerzen. Sie in eine Situation zu bringen, in der sie in jedem Fall auf externe Hilfe angewiesen sind - nämlich auf der Fahrt von Gelsenkirchen nach Bochum - ist nicht hinnehmbar.

In unserer älter werdenden Gesellschaft kann z.B. nicht jeder Angehörige eine derartige Strecke mit dem Auto bewältigen. Es sind je nach Ausgangspunkt im günstigsten Fall fast 30 km und mindestens eine halbes Stunde Fahrt.

Nach Auffassung der SPD gehört die Gesundheitsversorgung mit zur Daseinsvorsorge und muss daher gerade in Notsituationen für alle Menschen in einer zumutbaren Zeit erreichbar sein.

Die Argumentation der kassenärztlichen Vereinigung, seit dem 1. Februar eine derartige Zentralisierung zu schaffen, um eine einheitliche Anlaufstelle für Patienten zu bieten, ist nicht nachvollziehbar.

Weite Wege, noch größerer Andrang-und das in einer Notsituation- können nicht im Sinne der Patienten und Patientinnen sein.

Da klingt das Argument, dank der Zentralisierung müsse man sich nun nur noch an die augenärztliche Notfalldienstpraxis in Bochum wenden und somit keine Zeit mehr für die Arztsuche vor Ort aufwenden nicht nur ein wenig nach Schildbürgerstreich.

Zudem stellt sich die Frage, wie lang die Wartezeiten und wie groß der der Andrang sein werden, wenn dann alle Notfälle aus den GE, BOT und RE jetzt gebündelt nach Bochum kommen.

Ich hoffe, dass die Oberbürgermeister aus Gelsenkirchen und Bottrop,  Frank Baranowski und Bernd Tischler noch gegen die Entscheidung den Augennotdienst aus den jeweiligen Städten nach BO-Langendreer zu verlegen, intervenieren können, und es zu einer guten Entscheidung für die Menschen und Patienten vor Ort kommt.

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