16. Juli 2015 | Pressemitteilungen

Hohe Zahl der Abgänger ohne Hauptschulabschluss spiegelt besondere Problemlage Gelsenkirchens wider –Stadt wird mit Ausbau der Schulsozialarbeit gegensteuern

  • Ulrich Jacob

  • Martina Rudowitz

„Wer sich näher mit dem Thema befasst, kann von den Zahlen nicht überrascht sein“, kommentiert der bildungspolitische Sprecher der SPD-Ratsfraktion Ulrich Jacob die unlängst veröffentlichten Daten zu Schulabschlüssen in Gelsenkirchen. „In der Tat hat Gelsenkirchen leider eine hohe Quote von Schulabgängern ohne Hauptschulabschluss, aber hier spiegelt sich die besondere Problemlage unserer Stadt wider.“

„Eine Erklärung liegt sicher darin, dass hier in Gelsenkirchen mehr Schüler eine Förderschule besuchen als im Landesdurchschnitt. Diese Schülerinnen und Schüler verlassen die Schule eher mit einem Förderschul- als mit einem Hauptschulabschluss.“

„Außerdem“, so Ulrich Jacob weiter, „haben wir hier in Gelsenkirchen mehr Schülerinnen und Schüler, die schon von ihrerer sozialen Herkunft her schlechtere Startchancen haben als andere. Sie kommen aus prekären sozialen Verhältnissen, sind zugewandert oder zu uns geflohen. All das wirkt sich natülich auch auf die Schulabschlüsse aus.“

Für die Schulausschussvorsitzende und Bürgermeisterin Martina Rudowitz (SPD) ist entscheidend, dass die Stadt bereits gegensteuert.

„Natürlich kennen wir die Entwicklung“, sagt Martina Rudowitz. „Und weil die Ursachen vor allem im Unfeld der Schülerinnen und Schüler liegen, setzen wir auch hier an. Langfristig helfen alle die Maßnahmen, die wir in der Präventionskette ‚Kein Kind zurücklassen’ auf dem Weg gebracht haben.

Kurzfristig setzen wir etwa bei der Ausdehnung der Schulsozialarbeit auf die Sekundarstufe I an, die jetzt mit insgesamt 14 zusätzlichen pädagogischen Fachkräften beim Sozialdienst Schule und bei den Trägern der Offenen Ganztagsschulen starten soll. Hier springt das Land NRW für den Bund ein und übernimmt die Förderung von 2015 bis 2017. Nach den überaus positiven Erfahrungen im Grundschulbereich ist es unser Ziel, die Quote der Abgänger ohne Hauptschulabschluss auf den Landesdurchschnitt zu drücken. Das ist durchaus ambitioniert, aber machbar.“