Kein Kind zurücklassen

Erziehung und Bildung von Anfang an

Kinder sind die Zukunft unserer Stadt!

Gelsenkirchen ist eine kinder- und familienfreundliche Stadt. Wir haben uns eine Infrastruktur aufgebaut, die Kinder, Jugendliche und ihre Familien von Geburt an bis zum selbstbestimmten Arbeitsleben begleitet und unterstützt. Einrichtungen und Dienstleistungen stehen von der frühkindlichen Betreuung an über Kita, Schule und Ausbildung, über Freizeit- und Bildungsangebote zur Verfügung. Diese ermöglichen ein chancengerechtes Aufwachsen in unserer Stadt. Wir stehen für ein Aufwachsen in einer demokratischen Kultur, in der Toleranz, Verständnis, Solidarität und Respekt gelebt werden.

Die immer stärker werdende Nachfrage nach Ganztagsangeboten, die Inklusion von Menschen mit Behinderungen und die Notwendigkeit einer möglichst hohen Durchlässigkeit des Bildungssystems erfordern immer neue Konzepte und das ständige Hinterfragen bildungspolitischer Entwicklungen. Der Rückgang von Schülerzahlen sowie die unterschiedlichen Situationen in den einzelnen Stadtbezirken stellen uns vor weitere Herausforderungen.

Die Gelsenkirchener SPD tritt für ein modernes Betreuungs- und Schulsystem ein, das ein möglichst hohes Maß an sozialer Gerechtigkeit, Integration und Chancengleichheit gewährleisten soll. Die Lebensplanung jedes und jeder Einzelnen hängt immer mehr auch von der individuellen Bildung ab. Bildungschancen dürfen nicht davon abhängen, welchen Beruf und welche Ausbildung die Eltern haben, über wie viel Geld sie verfügen, in welchem Stadtteil sie leben oder aus welchem Land sie kommen. Benachteiligungen beim Zugang von Bildung müssen deshalb weiter abgebaut werden. Gute Bildungschancen und Möglichkeiten der Teilhabe sind zentrale Ziele der Gelsenkirchener SPD. Ein in der Breite und in der Spitze hohes Bildungsniveau ist eine der Voraussetzungen für soziale Gerechtigkeit und Innovation. Bildung ist die beste Startchance, die wir unseren Kindern mitgeben können. Sie ist der Schlüssel zur gesellschaftlichen Teilhabe.

Gemeinsam Biografien erfolgreich gestalten – Kein Kind zurücklassen

Gelsenkirchen ist nicht nur wichtige Blaupause für das Landesprojekt „Kein Kind zurücklassen“, sondern seit zwei Jahren auch Modellkommune im Rahmen dieses Projektes. Wir wollen kein Kind zurücklassen. Das bedeutet: passgenaue Unterstützungsangebote von Anfang an. Nur so können wir bestmögliche Entwicklungschancen für alle Kinder in Gelsenkirchen bieten. Nur so schaffen wir attraktive Lebensbedingungen für Familien – unabhängig von Einkommen und Herkunft. Wir setzen auf den präventiven Ansatz, weil wir davon ausgehen, dass jeder investierte Euro später „Reparaturkosten“ in mehrfacher Höhe zu sparen hilft. Für diese konsequente Ausrichtung unserer Politik erntet Gelsenkirchen nicht nur bundesweit Anerkennung, sondern ist bereits mehrfach auch international ausgezeichnet worden. Gelsenkirchen war die erste Großstadt in NRW, die ein System der frühen Förderung, beginnend mit dem Begrüßungshausbesuch der Eltern, eingeführt hat. Mittlerweile ist das Thema frühe Förderung bundesweit als der richtige und zielführende Ansatz zum Thema Bildungsgerechtigkeit anerkannt worden.

In Gelsenkirchen wurde ein kommunales Team Familienbildung und Familienförderung gegründet, das Keimzelle für ein pädagogisch durchdachtes Unterstützungs- und Hilfesystem für junge Eltern ist. Wichtigster Garant für frühe Bildungsgerechtigkeit und die Verbindung von Berufstätigkeit und Elternschaft ist und bleibt jedoch die institutionelle Förderung der bedarfsgerechten Kinderbetreuung.

In den nächsten Jahren muss es Ziel sein, die guten Ansätze weiter zu verstetigen und über gut gewählte Netzwerkstrukturen Verbesserungen für die Kinder und deren Familien zu erreichen. Hierbei gilt es, die Systeme einer Qualitätssicherung zu unterziehen, immer mit dem Ziel mögliche Bedarfs- und Betreuungslücken zu erkennen und zu schließen.

Darüber hinaus setzen wir uns nicht nur für verbesserte Steuerungsmöglichkeiten, den Aufbau des Netzwerkes frühe Hilfen und für faire Teilhabechancen aller Kinder ein, sondern auch für qualifizierte Sportangebote und kulturelle Bildung.

Beste Betreuung

Kindertagesstätten und die offene Ganztagsschule sind für uns die herausragenden Betreuungsangebote. Aus unserer Sicht ist der beitragsfreie Besuch dieser Einrichtungen wünschens- und erstrebenswert. Weil die Stadt Gelsenkirchen dieses Ziel nicht alleine umsetzen kann, werden wir gegenüber Land und Bund weiter um Unterstützung werben.

In den letzten fünf Jahren sind in Gelsenkirchen erhebliche Anstrengungen und finanzielle Aufwendungen getätigt worden, um bei Aufrechterhaltung des Rechtsanspruchs auf einen Kindergartenplatz (3-6 Jahre) eine Versorgungssicherheit für Eltern mit Kindern unter drei Jahren zu erreichen. Die Landeszielquote von 32 % wurde nicht nur erreicht, sondern deutlich überschritten.

Für die kommenden Jahre ergeben sich aus unserer Sicht folgende Zielsetzungen:

Versorgungssicherheit

Derzeit liegt die Versorgungsquote für Kinder unter 3 Jahren bei 35,7 Prozent und für Kindergartenkinder bei 100 Prozent. Ziel ist es, die Vollversorgung im Kindergartenbereich weiter vorzuhalten und bis zum Jahr 2020 eine bedarfsgerechte Versorgung für unter Dreijährige in Höhe von mindestens 40 Prozent zu erreichen. Diese Vorgaben dürfen jedoch nicht zu Lasten der pädagogischen Qualität gehen, die weiterhin gesichert sein muss.

Qualitätssicherung

In den städt. Tageseinrichtungen wird ein standardisiertes und fachlich fundiertes Qualitätssicherungssystem eingeführt, das Eltern das Maß der Qualität gesichert transparent macht.

Ausbau der Gesundheitsförderung in Kitas

Gelingende pädagogische und kognitive Förderung setzt voraus, dass Kinder gesund sind. Der begonnene Weg der Kindergarteneingangsuntersuchung wird in den städtischen Kindertageseinrichtungen nicht nur verstetigt, sondern ausgebaut. Programme, wie die „Woche der Zahngesundheit“ werden verstetigt.

Stärkung der Beteiligung

Das Kinderbildungsgesetz NRW sieht umfangreiche Beteiligungsrechte vor. Unabhängig von rechtlichen Vorgaben wird in den Kindertageseinrichtungen ein kindgerechtes Beteiligungsverfahren eingeführt. Die Zusammenarbeit mit den Eltern wird durch flächendeckende Hausbesuche der Kitas genauso wie über zu gründende Elternnetzwerke erfolgen. Die Elternbildung wird aber auch durch die Einbindung der Eltern in die pädagogische Arbeit der Kita gesteigert.

Individualisierung der Angebotsstruktur

Weiterhin werden wir die Ausweitung flexibler Betreuungszeiten vorantreiben, um dem gestiegenen Bedarf der Vereinbarkeit von Familie und Beruf nachzukommen. Keine Arbeitsaufnahme wird an fehlender Kindesbetreuung scheitern.

Inklusion

In den meisten städt. Kitas, jedoch nicht in allen, werden behinderte und nicht behinderte Kinder gemeinsam betreut. Ziel ist es, dass zukünftig in allen Kitas behinderte und nicht behinderte Kinder gleichzeitig betreut werden. Für Kinder mit besonderem Förderungsbedarf sollen dem Bedarf entsprechend Angebotsstrukturen vorgehalten bzw. geschaffen werden.

Tagespflege

Die Kindertagespflege kann im Haushalt der Tagesmutter/des Tagesvaters stattfinden oder aber in einer Mini-Kita (Großtagespflegestelle) außerhalb der Wohnung der Tagesmutter/des Tagesvaters. In diesen Einrichtungen werden bis zu 9 Kinder von zwei Fachkräften betreut. Diese Form der Betreuung entspricht in zunehmendem Maße den Wünschen von Eltern für ihre jungen Kinder. Die Mini-Kita wird als Ergänzung zur institutionellen Tagesbetreuung weiter ausgebaut. Dabei werden die Angebote von Mini-Kitas und den umliegenden Tageseinrichtungen möglichst gut miteinander verzahnt, um Familien (bereits frühstmöglich) ein durchgängiges Betreuungsangebot anzubieten.

Echt Kind sein

In Gelsenkirchen existieren circa 180 öffentliche Kinderspielplätze. Kinderspielplätze sind Orte der Begegnung von Kindern und Eltern. Sie dienen der sozialen Werterfahrung und dem Austausch und sind Bestandteil der Präventionskette. Bereits in den vergangenen Jahren konnten viele Spielplätze umgebaut und attraktiver gestaltet werden. Künftig werden wir einen Teil der Angebote im Sinne der Inklusion umbauen. Darüber hinaus wird in jedem Stadtteil mindestens ein Spielplatz als Mehrgenerationenspielplatz ausgebaut. Das System der Spielplatzpaten hat sich aus unserer Sicht bewährt und soll, wo nötig, ausgebaut werden.

Gute Schule in Gelsenkirchen

Wir sorgen für gute Lernbedingungen. Notwendige Veränderungen in der Struktur unseres Schulangebotes können aus unserer Sicht nur auf der Grundlage fachlicher Empfehlungen durch Gutachter erfolgen. Dieser Weg der Schulentwicklungsplanung hat sich im Grundschulbereich bewährt und soll für die weiterführenden Bereiche fortgesetzt werden.

Derzeit verlassen überdurchschnittlich viele Jugendliche eine Gelsenkirchener Schule ohne Schulabschluss und unterdurchschnittlich viele ohne ein Abitur. Hier verfolgen wir das Ziel, in der kommenden Wahlperiode bis ins Jahr 2020 mindestens den Landesdurchschnitt zu erreichen.

Der Anspruch der SPD besteht weiterhin darin, grundsätzlich jeden Bildungsabschluss in Gelsenkirchen zu ermöglichen und Übergänge reibungslos zu gestalten. Wichtiger Baustein dieses ganzheitlichen Ansatzes ist die Stärkung des Regionalen Bildungsnetzwerkes. Ziel ist es, die Kooperation der Lernorte mit Blick auf bildungspolitische, arbeitsmarktpolitische und sozialpolitische Funktionen zu festigen und auszubauen.

In Gelsenkirchen gibt es an jeder Grundschule eine OGS. Diese werden durch hohe städtische Zusatzleistungen finanziell besser ausgestattet als im Land. Dieses hat auch zu einer hohen Zufriedenheit der „OGS-Eltern“ geführt. Dennoch fehlen insgesamt Plätze. Künftig wollen wir allen Eltern, die einen OGS-Platz wünschen, auch einen entsprechenden Platz anbieten. Darüber hinaus wird die Angebotsstruktur der Betreuung (OGS und verlässliche Grundschule) auch einer Prüfung im Hinblick auf die Flexibilisierung der Angebote unterzogen.

Die Jugendberufshilfe ist ein unverzichtbarer Garant für den Übergang von bildungsbenachteiligten Jugendlichen in das Erwerbsleben. Solange, wie nicht für jeden Jugendlichen ein Ausbildungsplatz zur Verfügung gestellt werden kann und viele Jugendliche die Schule ohne Abschluss verlassen, wird die Jugendberufshilfe ihre Angebotsstruktur aufrechterhalten bzw. ausbauen.

Der präventive Politikansatz ist bereits auch auf unsere Schulangebote ausgedehnt worden, insbesondere mit den Angeboten der Schulsozialarbeit. Durch entsprechende Schwerpunktsetzungen haben wir im Zuge der Umsetzung des Bildungs- und Teilhabegesetzes dafür gesorgt, dass das Angebot in Gelsenkirchen länger finanziell abgesichert ist als andernorts. Trotzdem ist es unabdingbar, dass sich Land und Bund auch hier zu ihrer Verantwortung bekennen.

Der Sozialdienst Schule ist als einzelfallbezogene, familienorientierte Hilfestellung hervorragend geeignet, die Bildungsbenachteiligung insbesondere von Kindern aus sozial schwachen und bildungsfernen Familien aufzubrechen und die kontinuierliche Beschulung sicherzustellen. Er arbeitet in gemeinsamer Verantwortung mit den Eltern und der Schule an einer erfolgreichen Bildung des Grundschulkindes.

Er wirkt vorbeugend und frühzeitig negativen Verhaltensweisen entgegen. Des Weiteren unterstützt und begleitet der Sozialdienst Schule bedarfsorientiert bereits Kinder im Übergang von der Kita in die Schule. In diesem Zusammenhang ist der neue Dienst ein wichtiger Bestandteil der Gelsenkirchener Präventionskette geworden. Ziel ist es, nicht nur den Dienst zu verstetigen, sondern diesen Dienst bedarfsgerecht auszubauen.

Leben und Lernen außerhalb der Schule – Jugend in Gelsenkirchen

Ein weiterer wichtiger Teil des Bildungsangebotes, das in die Präventionskette eingebunden werden muss, findet außerhalb von Kita und Schule statt. In der Jugendarbeit kann Gelsenkirchen ähnlich, wie bei der frühkindlichen Förderung auf eine lange gewachsene, vielfältige und funktionierende Struktur zurückgreifen. Der Erhalt dieser Struktur von der offenen Jugendarbeit in Jugendheimen über die mobilen Angebote bis hin zu Projekten in den Stadtteilprogrammen war trotz überschaubarer finanzieller Spielräume immer einer unserer Schwerpunkte. Neue Ansätze, wie die Kombination von Kita und Jugendarbeit in der Einrichtung in der Rheinischen Straße, helfen, die Kette präventiver Angebote zu schließen und stabil zu halten. Ein wichtiges Augenmerk der Jugendpolitik der SPD wird sein, die Förderung der Arbeit der Träger abzusichern und dort anzupassen, wo bestehende Rahmenbedingungen noch nicht optimal sind.

Der Ausbau von ganztägigen Schulangeboten wird weiter voranschreiten. In Absprache mit den Trägern und Mitarbeitern wollen wir die Angebote im Ganztag qualitativ weiterentwickeln. Besondere jugendfördernde Angebote gelten insbesondere für die Ferienzeiten. Die Ferienangebote sollen im Sinne der Interkulturalität und der Inklusion weiter ausgebaut werden. Für Kinder mit Zuwanderungsgeschichte hat die Sprachförderung eine besondere Bedeutung. Elemente der Sprachfördercamps sollen in die Ferienmaßnahmen integriert werden.

Neben Ferien vor Ort werden Ferienmaßnahmen außerhalb von Gelsenkirchen im bisherigen Umfang weiter fortgeführt. Die Ferienmaßnahmen sind für alle Kinder ein bleibendes Erlebnis und sind nicht wegzudenkende soziale Lernerfahrungen.

Angesichts aktueller Herausforderungen, die mit dem multikulturellen, multinationalen Gesellschaften und der globalisierten Welt einhergehen, kommt der internationalen Jugendarbeit als eigenständiges Angebot non-formaler Bildung, neben dem Bereich formaler Bildung, ein immer stärkere Bedeutung zu. Internationale Jugendarbeit ist schließlich mehr als eine reine Mobilitätserfahrung. Sie hält vielfältige Lernmöglichkeiten bereit. Die unterschiedlichen Formen der internationalen Jugendarbeit sind im Zusammenspiel mit den freien Trägern auszubauen und zu verstetigen.

Kinder und Jugendliche reden mit!

Wichtig für das Gemeinwesen ist es, Kinder und Jugendliche frühzeitig in die politische Willensbildung einzubinden. Positive frühe Erfahrungen sind hierfür wichtig. In allen Jugendeinrichtungen sollen Mitwirkungsgremien aufgebaut werden. Die kommunalpolitische Einbindung erfolgt über die dezentralen Kinderbeauftragten. Die politische Bildung in den demokratischen Jugendorganisationen/-verbänden unserer Stadt ist uns wichtig und soll gestärkt werden.

Guter Rat für Kinder, Jugendliche und Familien

Beratungsstellen für Kinder, Jugendliche und Familien bieten wichtige Hilfe zur Erziehung in Form von Beratungs- und Unterstützungsleistungen an. Mit fast 1.500 Fällen hat die Erziehungsberatungsstelle der Stadt Gelsenkirchen den quantitativ wesentlichsten Beitrag zu Hilfen zur Erziehung geleistet. Sie leistet unschätzbare Dienste bei der Diagnostik von seelischen Beeinträchtigungen und bei der Frage der Einsetzung von Integrationshelfern in Schulen. Im Sinne der Inklusion soll dieses Angebot in Zusammenarbeit mit dem Land weiter ausgebaut werden.

Unsere Ziele für Gelsenkirchen auf einen Blick:

  • Wir wollen weiterhin kein Kind zurücklassen – jedes Kind in Gelsenkirchen soll gute Startchancen erhalten.
  • Wir stehen für attraktive Lebensbedingungen für Familien – unabhängig von Einkommen und Herkunft.
  • Die SPD steht für den Aufbau des Netzwerks frühe Hilfen, qualifizierte Sportangebote für Kinder sowie Angebote im Bereich der kulturellen Bildung.
  • Wir wollen die Schulentwicklungsplanung auch für die weiterführenden Schulen.
  • Wir setzen uns ein für die Stärkung des Regionalen Bildungsnetzwerkes.
  • Wir wollen die Schulsozialarbeit auch über 2017 hinaus sichern und setzen uns gegenüber dem Bund für die entsprechende Finanzierung ein.
  • Wir werden die verbandliche und offene Kinder- und Jugendarbeit in Gelsenkirchen sichern und stärken.
  • Wir stehen für den Ausbau der politischen Mitsprachemöglichkeiten von Kindern und Jugendlichen.