Stadt- und Stadtteilerneuerung

Lebens- und liebenswertes Gelsenkirchen

Stadt- und Stadtteilentwicklung sind die zukunftsweisenden Aufgaben für unsere Stadt. In diesem Politikfeld findet sich all das wieder, was die Dynamik einer Kommune ausmacht: Beschäftigung, Freizeit und sozialer Zusammenhalt, Sport und Kultur, Wohnen und Bauen. Deswegen haben wir bereits vor rund zehn Jahren einen Prozess angestoßen, die Stadt- und die Stadtteile zusammen zu denken und zu entwickeln. Das Denken in einzelnen Politikfeldern und Fachressorts ist nicht mehr zeitgerecht. Die kontinuierliche Stadterneuerungspolitik hat sich längst zu einem Markenzeichen des vorbeugenden Gelsenkirchener Politikansatzes entwickelt.

Stadterneuerung umfasst somit alle Lebensbereiche und lässt sich nicht auf Baumaßnahmen reduzieren. Gelsenkirchen war in den 1990er Jahren Sitz der IBA-Emscherpark – an die Innovationen in Projektentwicklung und Stadterneuerung aus dieser Zeit haben wir angeknüpft und in den vergangenen Jahren weite Teile der Stadt in ein umfassendes Modernisierungsprogramm eingegliedert. Rat und Verwaltung haben die Menschen in unserer Stadt aktiv an diesen Prozessen beteiligt. Viele altindustrielle Standorte sind inzwischen aufbereitet; vom Nordsternpark über den Wissenschaftspark, Consol 3,4 und 9 bis hin zu neuen Wohngebieten auf ehemaligen Brachflächen; mit dem Stadtquartier „Am Stadtgarten“, dem Wohngebiet „Am Bachlauf“in Hassel oder den Flächen der ehemaligen Galopprennbahn am Schloss Horst haben wir qualitätvolle neue Standorte für Wohnen und Arbeiten geschaffen. Graf Bismarck, der ehemalige Schalker Verein, der Hasseler Bogen oder die Insterburgerstraße werden zu neuen attraktiven Quartieren und Standorten.

In großen Schritten nähert sich die Fertigstellung des Emscherumbaus: Wo gestern noch Abwässer flossen, werden in wenigen Jahren neue Grünräume mit sauberen Bachläufen die Qualität unserer Stadtteile weiter aufwerten und neue Verbindungen für Fußgänger und Radfahrer in die grünen Erholungsräume unserer Stadt herstellen. Was vor einigen Jahren wie eine kühne Vision klang, ist heute in weiten Teilen bereits Realität geworden. Das ist Ergebnis einer beharrlichen Stadtentwicklungspolitik. Wir werden weiter darauf hinarbeiten, alle Stadtzentren und Stadterneuerungsgebiete nachhaltig zu stärken und zukunftsfähig zu entwickeln; das geht nur mit überdurchschnittlichem Engagement und weiteren Hilfen von Land und Bund.

Gut für Gelsenkirchen – Entwicklung der Stadtzentren

Die vergangenen Jahre haben große Fortschritte bei der Modernisierung unserer beiden Hauptzentren gebracht: Herausragendes Projekt im Süden ist die Fertigstellung des Neuen Hans-Sachs-Hauses. Die moderne Architektur hinter historischer Fassade erfreut sich seit der Eröffnung großer Beliebtheit in der Bevölkerung. Gleichzeitig erzeugt das moderne Verwaltungsgebäude, in dem sich außerdem Veranstaltungsräume, Gastronomie und verschiedene Servicebereiche befinden, auch in der Fachwelt Respekt und Anerkennung.

Aber auch die seit Jahren intensiv mit Anwohnern, Handel und Wirtschaft diskutierten Umgestaltungsmaßnahmen im öffentlichen Raum kommen voran. Der Heinrich-König-Platz wird ab 2015 wieder ein einladender Stadtplatz sein; auch die Zone zwischen Musiktheater und Hans-Sachs-Haus wird umgestaltet. Wir sind sicher, dass die Fertigstellung dieser Projekte die Gelsenkirchener City so stark aufwertet, dass sich die positiven Entwicklungen der vergangenen Jahre in Handel und innerstädtischem Wohnen nachhaltig fortsetzen werden. Die stark verkehrsbelastete Ringstraße bleibt allerdings weiter eine Herausforderung. Ihre Umgestaltung soll die nächste große Modernisierungsmaßnahme in der City sein. Breitere Gehwege, Bäume, Radwege und weniger Lärm werden dann die Lebensqualität entlang dieser Verkehrsader deutlich verbessern. Darunter soll der öffentliche Nahverkehr nicht leiden. Im Gegenteil: Die Modernisierung beider Busbahnhöfe, im Norden und im Süden der Stadt steht in den kommenden Jahren an.

Der öffentliche Raum in Buer ist mit der Neugestaltung der Fußgängerzone rund um den Dom und mit der Kulturmeile Horster Straße deutlich aufgewertet worden. Folgen werden in den kommenden Jahren der behindertengerechte Umbau des Busbahnhofs Buer und eine Reihe privater Investitionen (z.B. Hertie-Gebäude), für welche die Umgestaltung von Domplatz und Horster Straße Voraussetzungen gewesen sind. Ende 2014 ziehen die Beschäftigten des alten Finanzamtes ins neue Finanzzentrum im Büropark Berge um. Wir werden prüfen, ob und gegebenenfalls wie in Verbindung mit der notwendigen Sanierung des Rathauses Buer eine neue Nutzung dieser Immobilie erfolgen kann, um das Buersche Zentrum weiter aufzuwerten.

Zielgerichtete Stadtteilerneuerung

Trotz aller Anstrengungen zeigt sich in Teilen der Stadt, dass die Häufung von baulichen und sozialen Problemen weitere intensive Anstrengungen erfordert. Hier werden wir das bestehende Konzept mit sozialräumlichen Schwerpunkten unter Berücksichtigung besonderer Problemlagen und der Beteiligung von privaten Immobilieneigentümern fortschreiben. Wir gehen daher mit einem umfassenden Sanierungskonzept für die Bochumer Straße und dort insbesondere mit der Nachnutzung der Heilig-Kreuz Kirche neue Wege in der Stadterneuerung. Gemeinsam mit dem Land NRW wird hier ein städtebauliches Gesamtkonzept musterhaft durchgeführt.

Wir setzen uns weiterhin ein für wirksame Stadtteilprogramme, wie zum Beispiel das neue Programm Hassel. Dabei nehmen wir die Wohnraummodernisierung unter Gesichtspunkten wie energetischer Erneuerung, demografischer Wandel, auch mit seinen genderspezifischen Aspekten, oder sozialräumlicher Problemlagen besonders in den Fokus.

Mobilität verändert sich – gute Straßen und leistungsfähiger ÖPNV

Steigende Energiepreise, höhere Verkehrsdichte, neue Technologien und höhere Anforderungen haben unser Verständnis von Mobilität verändert. Wurde früher nur ein Verkehrsmittel genutzt, um von A nach B zu kommen, ist heute die intelligente Verzahnung verschiedener Verkehrsmittel entscheidend. Hinzu kommt, dass die Infrastruktur der unterschiedlichen Verkehrsmittel differenzierte Anforderungen hinsichtlich des Ausbaus und der Verknüpfung stellen wird.

Vor dem Hintergrund begrenzter Ressourcen haben wir schon in der laufenden Wahlperiode der Sanierung bestehender Straßen Vorrang vor dem Straßenneubau gegeben. Dabei arbeiten wir konsequent zunächst die Hauptachsen ab. Nach der Cranger Straße sind die Bismarckstraße und die Horster Straße begonnen worden. Auch in den kommenden Jahren werden wir im Rahmen der vorhandenen Finanzmittel die Sanierung der Straßen vorantreiben. Neben den Hauptverkehrsstraßen werden wir dabei Projekte in den einzelnen Stadtbezirken angehen, die eine Straßensanierung mit Konzepten zur Nahmobilität, Zielsetzungen des Klimaschutzes und städtebaulichen Notwendigkeiten verbindet, wie etwa bei der Polsumer Straße oder der geplanten Sanierung der Ringstraße.

Es bleibt unser zentrales Ziel, im öffentlichen Personennahverkehr ein leistungsfähiges Angebot zu vertretbaren Kosten und Preisen als Teil der allgemeinen Grundversorgung mit dem Gut Mobilität zu erhalten. Die Tendenz zur vernetzten Nutzung von Verkehrsmitteln stellt aber auch hier neue Herausforderungen an die Nahverkehrsplanung.

Fahrradfreundlichkeit als Teil gelingender Stadtentwicklung

Das Fahrrad ist nicht nur ein umweltfreundliches Verkehrsmittel. Verhältnismäßig günstige Anschaffungs- und Unterhaltskosten, der geringe Platzbedarf und eine hohe individuelle Mobilität machen es auch wirtschaftlich zu einer echten Alternative. Für uns hat das Fahrrad deshalb auch in seiner Rolle als individuelles Verkehrsmittel eine deutlich zunehmende Bedeutung. Neuerungen wie das e-Bike lassen Fahrradfahren auch für Menschen attraktiv werden, die das Fahrrad bisher nicht genutzt haben. Das gilt besonders für innerstädtische Strecken in Ballungsräumen. Wir haben deshalb in Gelsenkirchen eine neue Radverkehrsplanung auf den Weg gebracht. Unser Ziel ist es, gerade die Alltagsverbindungen zwischen den Stadtteilen attraktiver zu machen. Dabei geht es nicht immer nur um Radwege, sondern auch um die Verbesserung von Übergängen, Querungen, Kreuzungen und Wegweisungen. Deswegen werden wir den von uns beschlossenen Einsatz von zehn Prozent der Straßenunterhaltungsmittel für den Radverkehr verstetigen.

Darüber hinaus beteiligt sich Gelsenkirchen als eine von vielen Städten im Ruhrgebiet an den Überlegungen des Regionalverbandes Ruhr (RVR) zum Radschnellweg Ruhr. Perspektivisch soll eine schnelle und sichere Radwegeverbindung das gesamte Ruhrgebiet umfassen, wobei auch hier der Fokus insbesondere auf die Verbesserung der Wegeverbindungen mit den Nachbarstädten gerichtet ist. Internationale Vergleichsbeispiele zeigen, dass so das Fahrrad als umweltfreundliches und gesundes Verkehrsmittel deutlich gestärkt werden kann.

Unsere Ziele für Gelsenkirchen auf einen Blick:

  • Wir treten für die verstärkte Sanierung von Straßen sowie einen leistungsfähigen öffentlichen Personennahverkehr ein.
  • Wir wollen die konsequente Fortschreibung des Stadterneuerungskonzeptes.
  • Wir unterstützen die Schaffung altersgerechten Wohnraums.
  • Kitas und Schulen müssen als stadtteilgebundene Angebote integriert werden.
  • Wir wollen der Häufung von leer stehenden Wohnungen durch eine integrierte Quartiersentwicklung mit Rückbau und Modernisierung begegnen.
  • Freiflächen sind auch dahingehend zu prüfen, ob sie sich als Freiraum für Jugendkultur und Freizeitgestaltung eignen.
  • Wir werden den öffentlichen Raum durch gezielte Impulse weiter aufwerten.
  • Die Entwicklung des neuen Sanierungsgebietes Bochumer Straße wird schnell vorangetrieben.
  • Beide Busbahnhöfe müssen schnell modernisiert werden.
  • Wir werden Gelsenkirchen für Freizeit und Beruf fahrradfreundlich gestalten.