Städtische Energieeinsparprojekte müssen Erfolgsprojekte bleiben

  • Manfred Leichtweis

  • Anna-Lena Karl

Wie können der Energie- und Wasserverbrauch städtischer Gebäude und die damit verbundenen Kosten nachhaltig gesenkt werden? Dieses Ziel wird bereits seit knapp 18 Jahren mit dem Projekt „Energieeinsparen in der Stadtverwaltung Gelsenkirchen“ verfolgt. Mit „Klimaschutz macht Schule“ und „Energiesparen in Tageseinrichtungen für Kinder“ laufen ebenfalls seit vielen Jahren Energiesparprojekte im Bildungs- und Kitabereich. Die Jahresberichte der drei Projekte für 2019 wurden dem Ausschuss für Umwelt, Nachhaltigkeit und Klimaschutz in seiner Sitzung am Dienstag, 27. April vom Energieberatungsbüro e&u vorgestellt. Ab 2021 plant die Stadtverwaltung eine Neukonzeption ihrer Energieeinsparprojekte. Die SPD-Fraktion fordert die Verwaltung auf, die Neukonzeption an drei exemplarischen Beispielen zu erläutern, um sicher zu stellen, dass auch in Zukunft die Projekte erfolgreich weitergeführt werden.

Die Jahresberichte bescheinigen den Projektverantwortlichen ein wiederholt sehr gutes Ergebnis: So konnten bei zehn städtischen Gebäuden Einsparungen in Höhe von 84.047,31 Euro im Vergleich zum Referenzjahr 2013 erzielt werden. Lediglich bei einer Liegenschaft sind Mehrkosten entstanden. Auch bei den teilnehmenden Schulen ist das Ergebnis positiv. So konnte beispielsweise der CO2-Ausstoß um 357,52 Tonnen bzw. 4,25 % im Vergleich zum Referenzjahr reduziert werden. Durch die Einsparungen beim Energieverbrauch wurden Kosteneinsparungen von umgerechnet 160.378,40 Euro (4,46 %) erzielt. Bei den Kita-Tageseinrichtungen liegen die Einsparungen bei insgesamt 31.316,74 € (84,17 t CO2).

Manfred Leichtweis, Umweltausschussvorsitzender, kommentiert die positive Bilanz der Jahresberichte: „Die Zahlen machen deutlich, wie viel Potential weiterhin im Bereich des Energiesparens in städtischen Liegenschaften vorhanden ist. Für die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter machen sich die Einsparungen zudem buchstäblich bezahlt.“ Als Motivation und Anreiz für energiesparendes Verhalten erhalten die Verwaltungseinheiten eine Erfolgsbeteiligung von 15 %. 55 % werden in den beteiligten Gebäuden in Energiesparmaßnahmen reinvestiert. Mit dem verbleibenden Rest werden die Kosten des Projekts finanziert. Für Leichtweis ein „echtes Erfolgsmodell.“  

Anna-Lena Karl, umweltpolitische Sprecherin der SPD-Fraktion, ergänzt: „Die Energiesparprojekte haben sich in den vergangenen Jahren stets bewährt und tragen einen wichtigen Beitrag zum kommunalen Klimaschutz bei. Die von der Verwaltung angekündigte Neukonzeption der Projekte in Eigenregie ab 2021 werden wir konstruktiv und mit großem Interesse im Ausschuss begleiten. Aber nicht nur die Stadtverwaltung kann Energie einsparen. Mit kleinen Tipps und Tricks lassen sich auch im privaten Haushalt eine Menge an Kosten sparen!“

Manfred Leichtweis abschließend: „Deshalb haben wir die Verwaltung gebeten, nach der Sommerpause uns an drei exemplarischen Beispielen zu erläutern, wie nun die Neukonzeption umgesetzt wird. Wir wollen sicherstellen, dass die Erfolgsprojekte auch weiterhin Erfolgsprojekte bleiben.“